Alle Beiträge von Thilo Auers

Andachten, Gottesdienste, evangelische Rundfunk- und Fernsehbeiträge im Internet

Liebe Gemeindemitglieder,

momentan finden aufgrund der Corona-Pandemie keine Gottesdienste in unserer Kirchengemeinde statt. Wir möchten Ihnen deshalb gerne Webseiten empfehlen, über die Sie Gottesdienstübertragungen, Rundfunk- oder Fernsehandachten, sowie Radio und Fernsehbeiträge anhören oder ansehen können.

Andachten und Impulse

In unserer neuen Kategorie finden Sie aktuelle Andachten und Impulse seit Mitte März 2020, z.B.

Beginn der Corona-Einschränkungen: Der verschleierte Gott. Der verschleierte Blick. (Th. Auers)

Gemeindebrief: Ein-Sichten. (C. Auers)

Ökumenischer Passionsgottesdienst: Auf Christus schauen und ins Leben gehen. (B. Wolf, Th. Auers)

Palmsonntag: Mit Liebe verschwenderisch umgehen. (K. Vogel)

Karfreitag: Da sein: erdverbunden und himmlisch, demütig und aufrecht (Th. Auers)

Ostern – Licht – Leben (Pfarrteam)

 

 

 

 

Auf Christus schauen und ins Leben gehen. (Bernhard Wolf, Thilo Auers)

Christusteppich von Fritz Griebel (1957)                       Foto: Albin Oberhofer

Auf den ersten Blick wirkt der Christus-Teppich von Fritz Griebel fast steif. Die Grundstruktur ist symmetrisch – in der Mitte das zentrale Bild umrahmt von kräftigem Rot – an den Seiten die Flügelbilder, die etwas in den Hintergrund treten und zugleich mit ihrer Symbolik die Aussage im Zentrum stützen. Je länger wir den Teppich betrachten, desto lebendiger wird er: neben den vielfältigen Kreuzen fallen die vielen Tiere auf: ein Pfau, 12 Tauben, ein Lamm, ein Fisch und dann viele kleine Sterne und Lebenskreuze.

Die linke Seite: Hier stehen Kreuz und Auferstehung, Anfang und Ende eng zusammen. Das Jerusalem-Kreuz weist auf die Kreuzigung und die Wunden Jesu. Der Pfau steht für die Auferstehung und das ewige Leben. Pfauen werfen im Herbst ihre Schwanzfedern ab. Im Frühjahr erneuert sich ihr Federkleid. Alpha und Omega sind umschlossen von Kreuz und Auferstehung. Gerade erleben wir wie das Kreuz der Corona-Krise sich in der ganzen Welt ausbreitet und viele Menschleben fordert. Aus der Sicht des Glaubens ist das nicht endgültig. Gott wird einen neuen Himmel schaffen und eine neue Erde, in der es kein Leid, kein Geschrei und keinen Schmerz gibt.

In der Mitte sind zwölf Tauben auf das Christuszeichen hin geordnet. Hier nimmt Griebel ein Motiv aus einem Mosaik in Albenga (5. Jahrhundert) auf. Für uns sind die Tauben mehr als nur Stellvertreter der zwölf Apostel. Es kommt die Natur ins Bild. Gemeinsam mit den Sternen ordnet sich der ganze Kosmos. Eine starke Botschaft in unserer einerseits wissenschaftlich so fortgeschrittenen Zeit, in der uns immer mehr bewusst wird, wie sehr wir uns an der Natur vergehen.

Die rechte Seite: Kreuz und Lamm weisen auf das aufopferungsvolle Wirken Jesu. Als Folge sieht Griebel ein wertvolles mit Edelsteinen bestücktes Kreuz, das verbunden ist mit fünf Broten und einem Fisch. Das erinnert an die Speisung der 5000, der Geschichte des wundervollen Teilens, bei der alle satt werden. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in dieser Krisenzeit ihre Hilfe anbieten. Sie achten darauf, ob die Nachbarin was brauchen kann. Sie verbreiten Wissen, Humor und Freude. Sie stellen eine Kerze ins Fenster und beten für Altenpfleger, Krankenschwestern und Ärztinnen, Verkäufer und Lieferanten und alle, die unsere Versorgung am Laufen halten. Sie spielen die Ode an die Freude von den Balkonen und entwickeln fantasievolle Ideen, die trösten und Hoffnung wecken.

Die Strenge, die der Christusteppich von Fritz Griebel zunächst ausstrahlt, bekommt mehr und mehr ein liebevolles Gegengewicht, je länger man ihn betrachtet. Suchen wir selbst für unser Leben und Zusammenleben eine neue Ausrichtung auf den liebenden Christus und unsere Mitmenschen.

Impulse von Gemeindereferent Bernhard Wolf und Pfarrer Thilo Auers

Entwurf von Fritz Griebel, 1957, 170 x 425 cmEntwurf von Fritz Griebel, 1957, 170 x 425 cm

Fritz Griebel (1899-1976) hat den Christusteppich 1957 für das FrauenWerk Stein entworfen. Der Anlass war das 25jährige Bestehen des Bayerischen Mütterdienstes. Die Tapisserie wurde in der Nürnberger Gobelin-Manufaktur gewirkt. Der Christusteppich ist wie ein mittelalterliches Triptychon komponiert und verwendet frühchristliche Symboldarstellungen. Er zeigt klare Formen, die zuweilen symbolisch oder abstrakt ausgeführt sind. Fritz Griebel schuf über 30 Entwürfe für Gobelins. Bis Anfang September 2020 ist der Christusteppich in St. Margaretha aufgestellt und ab dem Tag des offenen Denkmals, 13.9.2020, in St. Matthäus. Unsere Kirchengemeinden danken dem FrauenWerk Stein für die Leihgabe und den Kulturfreunden Heroldsberg für die Koordination und die finanzielle Ermöglichung der Ausstellung.

Ein – Sichten. (Cornelia Auers)

Unsere Kirche ist weiter offen, auch in Zeiten von Corona. Vielleicht tut es Ihnen gut, sich in eine Bank zu setzen, ein Gebet zu sprechen, zur Ruhe zu kommen und die Textilinstallation auf sich wirken zu lassen.

Da hängen mehrere durchscheinende Stoffbahnen von dem Bogen herab, verhüllen den Blick in die Apsis und geben gerade dadurch neue Ein-Sichten. Je nach Tageszeit und Lichteinfall ergibt sich eine andere Stimmung. Vom Kirchenschiff aus erscheint der Vorhang weiß und violett, mal deckender, mal durchscheinender.

Betritt man die Kirche, so wird der Blick auf die Mitte gezogen, auf das Riemenschneiderkreuz. Doch je nach Ort in der Kirche bzw. Sitzplatz in der Kirchenbank verändert sich der Blick nach vorne. Da wird mal ein Teil des Gewölbes betont, mal leuchten die Altarkerzen durch den Vorhang, mal erscheint ein Detail aus den Altarbildern, wie das Volk Gottes bei den Zelten, das in der Wüste unterwegs ist.

Auch der Aus-Blick von der Apsis ins Kirchenschiff ändert sich. Die Stoffe erscheinen eher grünlich und nehmen die
Farbe der Kirchenbänke auf. Ich entdecke in dem offenen Durchbruch den Ausschnitt eines Fensters, der Decke, der Orgel, der Emporen.

Mal klar – mal durchscheinend hell, dann wieder verborgen- so kenne ich es auch von meinem Glauben. Da leuchten immer wieder andere Aspekte auf.

Es gibt Momente, da scheint für mich das Licht des Glaubens ganz hell. Bei einem Fest wie an Weihnachten oder wenn der 7 Monate alten Junge beim Taufgespräch strahlend und voller Vertrauen die Welt entdeckt.

Wenn ich um den Tod eines lieben Freundes trauere, stehe ich nah am Kreuz. Mal gefangen in Trauer und Verlust. Mal kann ich erahnen, dass ich in der Trauer nicht allein bin. Auch Gott hat gelitten und getrauert, und irgendwo ist er auch jetzt da.

Und dann sehe ich mich wieder bei den Zelten, so wie damals das Volk in der Wüste unterwegs war, sind auch wir auf dem Weg. In aller Unsicherheit, in allem Wagnis spüre ich die Zusage: Gott ist mit dabei. Das gilt auch in Zeiten von Corona. Er gibt uns, was wir zum Leben brauchen und begleitet mich und dich.

Pfarrerin Cornelia Auers

Der verschleierte Gott. Der verschleierte Blick. (Thilo Auers)

Foto:Foto: Uwe Niklas Uwe Niklas

Im Gebet-Buch unserer Kirche steht: „Wir stehen wirklich vor einem verschleierten Gott. Kyrie eleison.“ (20.3.2020) Darunter steht: „… nicht Gott ist verschleiert, sondern unser Blick. Vielleicht werden wir nach der Pandemie klarer sehen. – Die Hoffnung bleibt.“ (21.3.2020)

Ich kann beide Gedanken gut verstehen.

Bei dem, was wir gerade erleben, kann die Frage aufbrechen: Verbirgt sich Gott? Oder: Mein Gott, mein Gott, warum? Ich sorge mich, wenn ich Menschen kenne, die infiziert sind. Ich bin bestürzt über die Zustände in Italien. Ich trauere um die vielen Toten. Wo ist Gott? Gott ist nicht der Verursacher der Pandemie. Er steht auf der Seite der Leidenden. Kyrie eleison.

Und zugleich: Eine Krise hat immer auch eine Chance. Unser Blick verändert sich jetzt schon. Ich bin berührt, wie viele Ideen Menschen entwickeln, um einander beizustehen. Der Ton im Internet verändert sich. Nachbarn helfen gerne. Die Hoffnung bleibt.

Pfarrer Thilo Auers

Öffentliche Gottesdienste entfallen. Die Kirche bleibt geöffnet. Bestattungen finden statt.

Unsere öffentlichen Gottesdienste bis 19.4.2020 entfallen. Das ist derzeit ein Gebot der Nächstenliebe und der Besonnenheit. Zugleich ist das ein tiefer Einschnitt. Selbst in Kriegszeiten haben sich Menschen versammelt, um Gottes Wort zu hören, zu singen und zu beten. Aber auch jetzt gibt es viele Möglichkeiten. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm schreibt am 15.3.2020: „Wir gehen auf das Osterfest zu, das für die Botschaft der Hoffnung steht. Wir werden die richtigen Formen finden, um genau jetzt diese so aktuelle Osterbotschaft gut vernehmlich weiterzugeben.“

Unsere Kirchenglocken laden Sie täglich um 7 Uhr, 12 Uhr und 18.30 Uhr ein, inne zu halten und z.B. ein Vaterunser oder eine Fürbitte zu sprechen.

In Internet, Fernsehen und Rundfunk finden Sie z.B.: eine tägliche Videoandacht aus St. Lorenz unter www.nuernberg-evangelisch.de, eine Hörandacht unter www.sonntagsblatt.de/act, oder www.bayern-evangelisch.de/wir-ueber-uns/andachten, die Gottesdienste im Fernsehen ZDF: Jeden Sonntag um 9.30 Uhr, oder unter www.zdf.de/gesellschaft/gottesdienste, Gottesdienste im Radio: jeden Sonntag um 10.32 Uhr in Bayern 1 und Deutschlandfunk unter www.deutschlandfunk.de/kirchensendungen

Regionalbischof Stefan Ark Nitsche hält einen Gottesdienst live im Internet. Er wird durch die Kirche gehen, von Altar zu Altar und zum Kerzenmeer der Gebetsecke. Die biblischen Frauen Martha und Maria stehen im Mittelpunkt seiner Predigt. Sie stehen sinnbildlich für zwei Lebensformen, die praktische Arbeit/soziale Aktivität und das „betrachtende Leben“. Zwei Lebensformen, die in der Corona-Krise neue Dimensionen gewinnen. Der Gottesdienst findet statt am Sonntag, 22. März 2020 um 10 Uhr. Live im Internet: www.lorenzkirche.de/gottesdienst

Am Sa., 11. April von 22-23 Uhr überträgt der Bayrische Rundfunk die Feier der Osternacht aus Bad Reichenhall, mit Regionalbischof Christian Kopp als Prediger.

Beschlüsse und Empfehlungen der Kirchengemeinde Heroldsberg angesichts der Infektionsgefahr durch das Coronavirus

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“             2 Tim 1,7

Liebe Gemeindeglieder,

die Geschwindigkeit und die Tragweite der Infektionsgefahr durch das Coronavirus hat zu großen Veränderungen geführt. Unser Kirchenvorstand hat schnell reagiert und die Empfehlungen und Entscheidungen der Verantwortlichen in Politik und Kirche aufgenommen. Wir sind weiter für Sie da, aber anders. Am 14., 16. und 20. März haben wir entschieden:

Öffnung der Kirche St. Matthäus: Unsere Kirche bleibt täglich von 9-17 Uhr geöffnet, damit Sie hineingehen und zur Ruhe kommen können.

Bestattungen finden im Rahmen der amtlichen Vorgaben statt.

Alle Gottesdienste und Veranstaltungen, Gruppen und Kreise, der Chor und der Posaunenchor sind bis zum 19.4.2020 abgesagt. Weiteres wird bekannt geben. Alle Gremien (Kirchenvorstand, Ausschüsse, Arbeitskreise) sind abgesagt. Notwendige Entscheidungen werden über Email oder Telefon getroffen.

Taufen und Trauungen werden im Rahmen der amtlichen Vorgaben in engem Kontakt mit den Einzelnen, Familien und Paaren geklärt.

Die Jubelkonfirmation wird auf den 1. November verschoben.

Der Elternabend zur Konfirmation am 23.3. und der Konfirmandennachmittag am 27.3.2020 sind abgesagt. Die für den 25./26. April und 9./10. Mai 2020 geplanten Konfirmationen werden verschoben auf den 26./27. September und 17./18. Oktober.

Die Konfirmationsanmeldung für 2020/21 am 2.4. ist abgesagt. Die Informationen werden schriftlich und digital weitergegeben und Anmeldungen schriftlich und digital ermöglicht.

Geburtstagsbesuche: Wir wollen besonnen handeln und direkte Kontakte wie Besuche vermeiden. Die über 75-Jährigen erhalten über das Besuchsteam einen schriftlichen Gruß und ein Heftchen in Ihren Briefkasten. Zu den runden und halbrunden Geburtstagen versuchen wir aus dem Pfarrteam Sie anzurufen.

Angebot telefonischer Seelsorge: Wir sind als Pfarrteam gerne für Sie da. Bitte telefonieren Sie mit uns, wenn Sie reden mögen oder Fragen haben.

Cornelia Auers   0176 4100 5876,  Thilo Auers   0176 4100 5783,  Andrea Melzl   0911 7330 952

Das Seelsorgetelefon im Dekanat Nürnberg erreichen Sie derzeit täglich von 9-17 Uhr: 0911  2141  414.

Nachbarschaftshilfe: Bitte achten Sie in dieser Krisenzeit besonders auf bedürftige und alte Menschen in Ihrer Nachbarschaft. Vielleicht können Sie anrufen, bei Besorgungen unterstützen oder Hilfsangebote vermitteln und für sie beten.

Weitere aktuelle Informationen finden Sie unter www.heroldsberg-evangelisch.de, in den Schaukästen und im Wochenblatt.

Pfarrer Thilo Auers für den Kirchenvorstand

Textil-Kunst-Projekt in St. Matthäus

Die Textil-Kunstinstallation von Künstlerin Beate Barberske wird während der Passionszeit vom 22.2.2020 bis zum Karfreitag 10.4.2020 zu sehen sein. Sie hebt das Riemenschneider-Kreuz für den hereinkommenden Besucher hervor. Mit transparentem Stoff in Weiß und Violett nimmt das Projekt das Thema der Passionszeit auf. Zugleich wird deutlich, dass Christus nicht immer direkt und unmittelbar erkennbar ist, sondern wir manchmal sehen wie durch einen Schleier. Der Altarraum ist weiter nutzbar für Abendmahl, Lesungen und Gebete. Auf was der Blick fällt, hängt immer auch von Ort und Perspektive an. So gibt die Installation wertvolle Glaubens-Impulse.

Beate Barberske ist renommierte Stoffkünstlerin und hat unter anderem in St. Lorenz, Nürnberg, und beim Deutschen Evangelischen Kirchentag gearbeitet. Ihr ist es ein Anliegen, durch Farbe und Kunst neu auf zentrale Aspekte des Glaubens aufmerksam zu machen und Menschen dadurch zum Besuch der Kirche zu bewegen. Unterstützt wird das Projekt von den Kulturfreunden Heroldsberg, dem Rotary-Club Erlangen, der Schreinerei Georg Schmidt, Heroldsberg, und Einzelpersonen. Weitere Gruppen habe Ihre Unterstützung in Aussicht gestellt.

Im Gottesdienst am So., 23.2.2020, 10 Uhr, werden Diakonin Simone Kunert-Kamusin und Pfarrer Thilo Auers über die Installation predigen und die Liturgie darauf abstimmen. Künstlerin Beate Barberske wird anwesend sein. Herzliche Einladung!